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nützliche Hilfsmittel in der Küche

Ich gebe es unumwunden zu, ich stoße mich zunächst an dem Begriff „Hilfsmittel“. Auch ein Gesunder, der seinen Fußboden putzt, benötigt Hilfsmittel nämlich Eimer, Aufnehmer und einen Schrubber sowie Wasser und ein Reinigungsmittel. Der Begriff „Hilfsmittel“ klingt mir zu sehr nach Behinderung, wohl wissend, dass ich selbst in nicht unerheblichem Umfang behindert bin. Dennoch weigere ich mich, dies als meine persönliche Lebenseinstellung anzunehmen, sondern suche ständig nach Wegen, das eine und andere Manko auszugleichen zu können. (Wobei ich inzwischen ziemlich genau einzuschätzen vermag, was mir möglich ist und wovon ich besser die Finger lasse.) So käme ich niemals mehr auf die Idee, mein Bett alleine beziehen zu wollen, weil ich trotz aller Mühen dabei bereits mehrmals kläglich gescheitert bin. Aber das meiste andere ist möglich, wenn auch wie alles, was man einhändig ausführen muss, extrem zeitaufwendig und an den Nerven zerrend ist. Aber man gewöhnt sich auch ans Hängen.

Übrigens werden häufig ganz normale Arbeitsgeräte als Hilfsmittel für Behinderte überteuert verhökert, die aber gar keine sind. So z. B. der Querschäler oder der Sparschäler. Die weitaus meisten dieser Messer befinden sich auch in Küchen von Nichtbehinderten. Für die Spaghettikelle gilt das Gleiche (Oder hat Ikea jetzt zum Sanitätsfachhandel gewechselt?) Schon unsere Mütter, vielleicht sogar unsere Großmütter, hatten solche Messer, ohne behindert gewesen zu sein. In der Reha wurde ich zunächst mit Hilfsmitteln nicht nur überhäuft, sondern förmlich zugeschmissen, eine unglaubliche Verordnungswut traf mich. Von all diesen Dingen hat im Prinzip nur ein einziges Teil die ersten Jahre überlebt: die rutschfeste Unterlage. Eine zweite ist sogar hinzugekommen. Alles andere wurde, weil untauglich, überflüssig und platzraubend, verschenkt oder entsorgt. Statt des fünften unbrauchbaren Dosenöffners  hätte man mir besser eine Wohnung mit einer größeren Küche und zwei weiteren Küchenschränken verschrieben, um den ganzen Tand unterbringen zu können. Zugegeben, es gibt Dinge auf die man nicht verzichten kann. Hier möchte ich vor allem einen wirklich funktionierenden Dosenöffner, ein Küchenbrett und die rutschhemmende Unterlage für Einhänder nennen. Mit meiner Auswahl an Dosenöffnern und Einhänderbrettchen hätte ich das Technikmuseum in Berlin bestücken können. Hier helfen nur die Zeit und das Erkennen der Schwachstellen all dieser technischen Wunderwerke. Ausdauernde Suche mit wachem Blick ist ebenfalls nützlich. Da ich aber nichts fand, was meinen Erfahrungen und Erwartungen entsprach, entschloss ich mich eines Tages, ein Brett selbst zu bauen.Hingegen verdanke ich den wirklich funktionierenden und alltagstauglichen Dosenöffner dem wachen Blick meines langjährigen Verhältnisses; sie entdeckte das wundersame Ding für kleines Geld beim Kaffeeröster an der Ecke. Seit nunmehr sechs Jahren leistet wenigstens er mir noch treue Dienste - mein Dosenöffner! Wenigstens er! Schon allein seinetwegen haben sich die 8 Jahre gelohnt. Er surrt und schnurrt wie einst! Abgesehen von gelegentlichen Batteriewechseln gibt er sich extrem genügsam und folgsam. Einfach ein perfektes Hilfsmittel!

Er arbeitet völlig anders als alle anderen mir bekannten Geräte. Man stellt die Dose einfach auf den Tisch, legt den Öffner auf den Deckel, drückt einen Knopf, hält nur die Dose für
wenige Augenblicke fest, bis sich das Rollmesser unterhalb des Randes in das Blech geschnitten hat. Dann kann man Dose und Öffner getrost sich selbst überlassen, und z. B.
auf den Balkon gehen und in Ruhe eine Zigarette rauchen. Für eine gewöhnliche Dose mit 700 ml benötigt er allerdings nur wenige Sekunden. Ist der Deckel erst abgetrennt, stellt das Gerät automatisch den Betrieb ein.  Hebt man das Gerät nun ab, so wird der Deckel durch einen Magneten mit abgehoben
, und man kann ihn gleich, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, in die Wertstofftonne werfen. Großartig auch: weder die Schnittkanten am Deckel noch an der Dose eignen sich dazu, sich zu verletzen. Nur sehr kleine und leichte Dosen hält man besser fest, bis das Ding fertig ist, denn diese könnten umkippen. Das Erstaunliche: diesen Dosenkiller gab es nicht im Sanitätsfachhandel, sondern als Asienimport beim Kaffeeröster an der Ecke oder im Versandhaus. Nach längerem Suchen habe ich im Netz ein ähnliches Gerät gefunden. Ob es so gut arbeitet wie meines, kann ich natürlich nicht sagen. Aber schauen Sie mal hier!

Absolut unverzichtbar ist eine rutschhemmende Unterlage. Solche gibt es z. B. von der
Rolle oder etwa in Form und Größe eines Tischsets. Wer nicht unbedingt auf eine bestimm- te Größe angewiesen ist, trifft mit dem zweiten Produkt gewiss die bessere Wahl. Das Set lässt sich problemlos abheben, liegt immer glatt und lässt sich im Spülbecken leicht reinigen. Das wesentlich dünnere und preiswertere Material von der Rolle lässt sich leicht zuschneiden, ist ideal, wenn man eine bestimmte Größe braucht und die Unterlage meistens an der gleichen Stelle liegt, denn es ist nicht einfach, sie glatt hinzulegen. Dann gibt es noch eine sehr preiswerte, leider wenig hygienische Alternative. Beim Umgang mit Lebensmitteln ist von diesem Vorschlag abzusehen: Es gibt Gittermatten, die das Rutschen von Teppichen verhindern sollen. Bei der richtigen Arbeit verwendet, sind sie jedoch eine durchaus sinnvolle und preiswerte Alternative (z. B. Beim Putzen von Schuhen).

Auch ein leidiges Thema sind Einhänderbrettchen. Zum Bestreichen eines Brotes mit Butter oder Margarine mögen sie noch taugen, aber beim Kochen (z. B. beim Schälen von Kartof-  feln oder Zwiebeln) sind sie völlig ungeeignet. Nach langer Suche habe ich mir schließlich
eines selbst gebaut. Perfekt ist es auch nicht, kann aber fast alle meine Bedürfnisse befriedigen, kommt dem angestrebten Ideal schon ziemlich nahe und ist letztlich ausgesprochen preiswert.

Das Einhänderbrett vermag einen wesentlichen Bestandteil unseres Handicaps auszuglei- chen: Wir können nichts festhalten, während wir das Lebensmittel mit der verbliebenen
Hand bearbeiten. In vielen anderen Fällen hilft die Abkehr von Gewohntem. Hier ein Bei-  spiel: Möhren werden üblicherweise vor dem Kochen zu Scheiben geschnitten. Dies ist gar nicht so einfach, da die runden Karotten sehr leicht wegrollen. Zunächst, wenn es sich um kleine Exemplare handelt, muss man sie gar nicht zerstückeln. Lediglich die Giganten unter ihnen sollte man zerkleinern. Überhaupt kommt es nur darauf an, dass alle Stücke ziemlich
die gleiche Größe haben, weil sonst die Garzeit von klein nach groß zu sehr variiert. Auf den Geschmack haben Form und Größe keinen Einfluss
, und der ungewohnte Anblick hat eher etwas Reizvolles. Ich helfe mir bei den Möhren in  der Art, dass ich sie nicht durchschneide, sondern mehr durch eine Hebelbewegung mit ziemlicher Kraft von oben durchhebele. Das Durchhacken mit einem kräftigen Messer ist auch noch eine Möglichkeit, allerdings -     geruhen die Einzelteile dann durch die Küche zu fliegen, womit nichts gewonnen ist. Wer
eine elektrische Brotschneidemaschine hat, ist fein raus. Aber man kann die Möhren auch nur in drei oder vier Teile zerlegen. Die abgetrennten Stücke dann auf die Schnittfläche stellen und  durchhebeln. Sind die Stücke noch zu groß, legt man den Halbzylinder auf die große Schnittfläche. Ein weiteres Zerkleinern ist nun überhaupt kein Problem mehr. Ich
schäle frische Möhren grundsätzlich nicht. Die meisten Nährstoffe befinden sich direkt
unter der Außenschicht, das, was auch den Geschmack ausmacht. Die Möhren werden lediglich vorher gut gesäubert. Hierzu wird eine gewöhnliche Nagelbürste mit Saug-
füßchen im Spülbecken platziert. Eine solche Nagelbürste kostet wirklich nicht die Welt.
Nun
so viel Wasser einlaufen lassen, bis die Bürste bedeckt ist, und jetzt kräftig schrubben. Nicht mit der Bürste über die Möhre reiben sondern umgekehrt: Die Möhre an der festgesaugten Bürste reiben. Allerdings sollte diese Bürste nicht zur Körperpflege benutzt werden, sonst schmeckt alles nach Seife! Kartoffeln werden in der gleichen Weise bearbeitet.

Im Schnittpunkt der beiden Diagonalen wurde von unten eine Terrassenschraube hineingeschraubt, auf die sich nun oben Kartoffel, Zwiebel, Salatköpfe, … drehen lassen. Entscheidend ist, das Brett muss ausreichend schwer sein, damit es eine gute Rutsch- und Standfestigkeit hat. Für mich ist es seit Jahren zu einem unentbehrlichen Helfer beim
Kochen geworden. Hier gibt es eine Materialliste und eine ausführliche Bauanleitung
.

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Tipps zum Zubereiten von Gemüse

Gemüse waschen

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Nagelbürste mit Saugfüßchen zum Säubern von
Kartoffeln, Möhren, …

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Kartoffeln schrubben

Möhren schneiden

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Große Möhren zunächst durchhebeln.

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Dann auf die Schnittfläche stellen und wieder durchhebeln.

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Nun die halbierten Stücke auf die große Schnittfläche legen und nach Belieben zerkleinern.

Zwiebeln schälen und schneiden

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Zwiebel in der Längsachse so weit auf die
Schraube drehen
,

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bis sie das Brett berührt.

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Jetzt mit dem Messer in die Zwiebel unbedingt hinein stechen und Kopf und  Fußende abschneiden.

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Nun die Zwiebel wieder abdrehen und mit einer Schnittfläche nach unten wieder auf die Schraube drehen.

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Jetzt kann man die äußeren Schichten mit einem kleinem Küchenmesser leicht abheben. Eventuell die Zwiebel erneut in umgekehrter Richtung „aufschrauben“  und das Schälen zu Ende führen.

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Die noch aufgespießte Zwiebel in größere Stücke zerteilen. Anschließend weiter zerkleinern.

Ich danke meiner ältesten Tochter, Charlotte, für ihre Hilfe beim Erstellen dieser Seite. – Sie hat die Fotos aufgenommen.

Paprika zerkleinern

Hier bieten sich grundsätzlich zwei unterschiedliche Möglichkeiten an mit oder ohne Einhänderbrett.

A ohne Einhänderbrett:

Zuerst den Stil entfernen. Hierzu auf diesen beißen und dabei die Frucht leicht drehen und gleichzeitig ziehen. Neigt die Paprika nicht zum Wegrollen, kann man diesen auch mit einem kleinen Messer abschneiden. Hierzu das Messer in die funktionsfähige Hand nehmen und von unten gegen den Stiel drücken,während der Daumen der gleichen Hand  von oben gegen den Stiel drückt. Dies hört sich gefährlich an, aber ich habe mich noch nie dabei geschnitten. Nun die Frucht auf die Seite stellen, auf der sich der entfernte Stiel befand. Mit einem kräftigen und scharfen Messer in die Paprika hineinstechen und das Messer nach unten drücken. Die zweite Methode ist arbeitsintensiver aber sicherer.

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B mit Einhänderbrett

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Nicer Dizer

 Zunächst den Stiel entferne, dann die Frucht auf die Seite stellen, wo der Stiel war. Jetzt die Paprika mit einem kräftigen Messer zerteilen.

Paprika auf die Schraube drehen, mit einem kleinen Küchenmesser am Stielansatz hinein stechen und diesen herausschneiden. Die Reste des Innenlebens kann man nach dem Vierteln herausschneiden, indem man ein kleines Messer wie abgebildet in die Hand nimmt und mit dem Daumen die Frucht fixiert. Nun nach Belieben zerkleinern.

Beschreibung siehe voriges Foto!

Zum weiteren Zerkleinern habe ich mir einen Nicer Dizer zugelegt. Natürlich geht es auch
ohne dieses Gerät; aber steht diese Arbeit häufig an, lohnt es sich, über diese Anschaffung nachzudenken.

Neu ist dieser Helfer im Internet je nach Zubehör für ca. 40 bis 50€ zu erstehen. Wer sich
 etwas Zeit lässt; kann es aber auch für unter 30€ finden. Ganz so bravourös wie in den Wer-   besendungen des Fernsehens funktioniert er nicht, dennoch für mich ist er ein praktisches, weil zeitsparendes Mittel. Natürlich auch für Zweihänder! Wenn man Folgendes beachtet, zerkleinert er wirklich fast alles: größere und härtere Lebensmittel, besonders die mit einer widerstandsfähigen Haut zerkleinert man vorher besser und schneidet sie erst dann mit
dem Nicer Dizer. Das Gerät ist, obwohl aus Plastik recht robust, man muss keine Angst da-  vor haben mit einiger Kraft ans Werk zu gehen. Gereinigt werden kann es unter fließendem Was- ser oder in der Spülmaschine. Auch für den Einhänder ist es überhaupt kein Problem, dieses Teil zu benutzen, es zu zerlegen oder wieder zusammenzubauen. Eine lohnende Anschaffung!

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Lebensmittel eventuell zerkleinert einlegen.

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Klappe hinunter drücken.

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fertig!

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fertig!

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fertig!

Flaschen öffnen

Weinflaschen öffnen

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fertig!

Das Öffnen von Weinflaschen ist relativ einfach. Man benötigt lediglich zwei Dinge: einen einfachen Spindelkorkenzieher, den gibt es im Supermarkt meist für unter drei Euro, und
eine rutschhemmende Unterlage. Diese ist erheblich teurer, kann aber vom Arzt verschrie- ben werden
.

Flasche auf die rutschhemmende Unterlage stellen. Es ist nicht erforderlich, die Zierkappe über dem Korken zu entfernen, diese wird beim Hochziehen des Korkens meist so günstig zerstört, dass sie sich problemlos entfernen lässt, weil man sie dann in Richtung der Flaschenstandfläche abziehen kann und nicht um den Flaschenhals herumarbeiten muss. Damit entfällt das sonst erforderliche Festhalten der Flasche. Wer jedoch die Zierkappe
gerne vorher entfernen möchte, legt die Flasche am besten ins Spülbecken. Handelt es sich um ein Becken aus Porzellan oder Steingut, empfiehlt es sich als erstes, mindestens ein
dickes Handtuch hineinzulegen. Sonst könnte alles den Abfluss hinunterlaufen, falls die Flasche durch Anstoßen unglücklicherweise zerbricht
.
 

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einfacher, handelsüblicher Spindelkorkenzieher

Bevor die Spirale mit Hohlseele auf die Flasche gesetzt wird, muss man darauf achten, dass sich der Kippmechanismus oben am Griff in der richtigen Position befindet, er muss das
obere Ende der Achse verdecken.
Nun den Öffner mit dem Ring auf den Flaschenhals setzen, ausreichend Druck ausüben und den Griff im Uhrzeigersinn drehen. Unabhängig davon, ob Naturkorken oder Kunststoffverschluss, so lange drehen, bis der Kippmechanismus automatisch  umschlägt
und bei gleichbleibender Drehrichtung der Korken herausgezogen wird
.

 

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Der Kippmechanismus verdeckt das obere Achsenende

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Beim Drehen unbedingt immer Druck ausüben

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Beim Herausziehen durchdringt der Korken mühelos die Schutzkappe. Sie muss nicht vorher entfernt werden. Der Kippmechanismus befindet sich nun in der Waagerechten.Nun durchstößt der Korken mühelos die Zierkappe.

Danach weiter drücken und drehen, bis der Korken ganz herausgezogen ist. Man muss lediglich darauf achten, dass ständig senkrechter Druck beim Drehen ausgeübt wird, damit
die Flasche nicht rutscht oder kippt
.

Geschafft, aber wie entfernt man den Korken vom Öffner?
 Auch das ist kein Problem. Man nimmt einfach den Korb des Öffners, in dem sich der Kor-  ken befindet, in die Hand, achtet wieder darauf, dass der Kippmechanismus die Achse verdeckt, drückt den Handgriff auf die rutschhemmende Unterlage und beginnt zu drehen. Langsam schiebt sich nun der Korken heraus. Am Schluss wird nur noch der Korken gedreht, während der Griff weiterhin gegen die rutschhemmende Unterlage gedrückt wird. Prost!

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Spindelkorkenzieher mit gezogenem Korken

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Öffner am unteren Ende in die Hand nehmen, wieder darauf achten, dass der Kippmechanismus die Achse verdeckt. Dann den Griff gegen
die rutschhemmende Unterlage drücken und drehen.

Flaschen mit Drehverschluss öffnen

Auch das Öffnen von Flaschen mit Drehverschlüssen  bedeutet kein sonderliches Problem. Bei 90% der Flaschen benötigt man lediglich die rutschhemmende Unterlage:
Man stellt die Flasche relativ mittig auf die rutschhemmende Unterlage und greift  den Drehverschluss. Nun presst man die Flasche fest auf die Unterlage und beginnt gegen den Uhrzeigersinn zu drehen. Entscheidend für den Erfolg ist lediglich, dass gleichzeitig zum Drehen  permanent Druck nach unten ausgeübt wird. Bisher ist es mir so immer noch gelungen, jede Bier-, Wasser-, Limo- und Colaflasche ohne jedes Problem zu öffnen. Diese zahnschonende Methode funktioniert allerdings nur, wenn das Flaschenmaterial der Kunststoffflaschen ausreichend stabil ist und die Perforation zwischen Deckel und dem Ring darunter ausreichend sorgfältig ausgeführt ist. Bei Glasflaschen ergeben sich solche Probleme nie. Besonders bei Flaschen mit preiswertem Rapsöl ist diese Methode nicht anwendbar. Dieses Öl ist  zum Braten ausgezeichnet geeignet, weil es sich problemlos auf über 200 Grad erhitzen lässt, ohne dass durch die hohe Temperatur  gesundheitsgefährdende Schadstoffe entstehen. Zudem ist es geschmacksneutral. Das Material der Flaschen ist aber so dünnwandig und wenig widerstandsfähig, dass es unter dem notwendigen Druck zusammengequetscht wird und das Öl herausschießt, sobald der Drehverschluss ein wenig gelockert wurde. Im Moment verlasse ich mich noch auf meine festsitzenden Zähne. Aber auch hierbei ist es notwendig, den Handdruck rechtzeitig zu verringern, wenn man nicht duschen will und eine Putzorgie zu vermeiden sucht. Besser ist es, nach Rapsöl in Glasflaschen zu suchen – auch wenn dieses ein paar Cent teurer ist, und man schwerer schleppen muss. Nach dem Öffnen das Öl am besten in eine stabile Flasche (z. B. eine leere dunkelgrüne und gespülte Weinflasche) umfüllen, weil das folgende Benutzen dieses Gefäßes weiterhin Probleme bereiten wird.

Hier ein Beispiel für einen recht gelungenen Drehverschlussöffner:

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Der Vorteil dieses Öffners besteht darin, dass sich die Aufnahme für den Verschluss nach oben hin verjüngt. Durch die konische Form ist eine Anpassung an die Größe vieler Deckel problemlos möglich, denn Flaschen mit Tabasco, Angostura oder Worchester Soße haben einen wesentlich kleineren Verschluss. Aber schon von Softdrink zu Softdrink gibt es minimale Unterschiede. Allerdings hat diese Konstruktion den Nachteil, dass nicht der gesamte Verschluss erfasst wird, womit die beim Drehen ausgeübte Kraft nur von einer geringen Auflagefläche übertragen wird. Zudem ist dieses Gerät völlig aus Plaste und Elaste gefertigt. Seine Lebenszeit endet somit konstruktionsbedingt nicht erst in zwanzig Jahren. Es ist halt kein Erbstück, dafür aber funktionsfähig und preiswert: Für zwei bis drei Euro kann man es beim Discounter erstehen. Es kommt deshalb wesentlich preiswerter als ein gleichartiges Gerät aus Metall oder der absehbare Besuch beim Zahnarzt.  

Flaschen mit Kronkorken öffnen

Für Flaschen mit klassischem Kapselverschluss empfiehlt sich ein Kapselöffner mit Wandbefestigung. Es bedarf nämlich einiger Übung, solche Flaschen auf der rutschfesten Unterlage mit einem konventionellen Öffner zu öffnen. Es ist recht schwierig, ein ausreichendes Gleichgewicht zwischen dem notwendigen Druck und der Kippbewegung zu finden. Die ersten Versuche sollten deshalb ins Spülbecken verlegt werden. Aber es ist durchaus erlernbar! Spätestens nach der zweiten geleerten Kiste Bier hat man entweder den Dreh raus, oder man findet weder den Kapselöffner und die noch nicht völlig geleerte zweite Kiste, noch den Küchentisch oder das Spülbecken. Leider habe ich noch keinen Kapselöffner mit Wandbefestigung gefunden, der die gelöste Kapsel mit einem Magneten hält. Marktlücke? So muss man sich später immer bücken oder einen Auffangbehälter darunter montieren.

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Kronkorkenöffner für Wandmontage ohne Auffangvorrichtung

Konserven öffnen

Das funktioniert wirklich!
Man stellt die Dose mit der Seite, die geöffnet werden soll, aufrecht auf eine feste Unter-   lage. Empfehlenswert ist wieder die rutschhemmende Unterlage, sie ist aber nicht zwin-   gend notwendig. Sodann wird der Öffner einfach so auf die Dose gelegt, dass sich der Falz
am Dosenrand zwischen Schneidrad und Treibrad  befindet.

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Dosenöffner einfach auf die Dose legen und durch Drücken der gelben Taste einschalten.

Nun durch kurzes Drücken auf den großen, gelben Knopf den  batteriebetriebenen Elektromotor anwerfen. Dosen ab ca. 375 ml müssen nicht festgehalten werden, wenn das Gerät läuft. Lediglich sehr kleine Dosen (etwa die mit konzentriertem Tomatenmark) hält
man besser fest. Ist der Deckel abgetrennt, stoppt der Dosenöffner automatisch. Er und der Deckel bleiben auf der Dose liegen.

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Der abgetrennte Deckel wird von einem Magneten festgehalten.

Der abgetrennte  Deckel wird durch einen Magneten am Gerät gehalten und kann so problemlos zum gelben Sack transportiert werden, ohne sich die Hand zu beschmutzen
oder sich gar zu schneiden.  Auch durch das abgetrennte Unterteil ist eine Verletzung nicht möglich. Die beiden Batterien AA reichen bei mir für einen gut einjährigen, einwandfreien Betrieb und lassen sich mit etwas Geduld durchaus einhändig wechseln
.

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Typenschild auf der Unterseite

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Gesamtansicht der Unterseite

Pull-off-Dosen. Für Menschen mit zwei Händen eine praktische Einrichtung, für den Einhänder eher ein zusätzliches Hindernis. Denn man kommt nicht umhin, die Dose festzuhalten, wenn man sie am Ring öffnen will. Hier bieten sich zwei Alternativen an:
Erstens: Die meisten dieser Pull-off-Dosen lassen sich auch mit dem zuvor beschriebenen Dosenöffner öffnen. Man stellt sie lediglich auf den Kopf und setzt den Öffner auf der Unterseite an. Aber Achtung, dies ist nur möglich, wenn die Unterseite der Dosen gefalzt
ist. Bei Dosen mit tief gepressten Böden -  sie sind gerundet am Übergang zwischen Wan- dung und Boden -  ist dies nicht möglich, weil die Scheideeinrichtung keinen Ansatz findet. Jetzt gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Zunächst wird der Ring durch mehrmaliges Auf-
richten und wieder Hinunterdrücken und  Aufrichten abgehebelt. Nun kann der Dosen- öffner problemlos verwendet werden. Es kann lediglich passieren, dass man den Öffner, falls er
am Schweißpunkt hängen bleibt, wenige Millimeter anheben muss. Die zweite Möglichkeit
ist das Öffnen mit einer Spitzzange. Dies ist aber eine durchaus diffizile Angelegenheit, die erste ist einfacher. Zur Alternative. Den Ring ein wenig aufrichten und ihn von der Seite mit  den Zangenbacken fassen. Nun die Zange auf den Rand der Dose pressen. Jetzt wird die
Zange gedreht, wobei sie immer auf dem Rand aufliegen muss. Vor vielen Jahren wurden Dosen mit Ölsardinen oder Fisch in Tomatensoße auf diese Weise geöffnet. Der passende Öffner wurde mitgeliefert. Besonders unerfreulich ist es, wenn sich der abgetrennte Deckel, derart um die Zange wickelt, dass man Zange und Blech kaum noch voneinander trennen
kann. Mitunter hat es schon mal gut 20 Minuten gedauert, aber letztlich hatte ich dann Er- folg. Je nach Beschaffenheit der Dose lohnt auch ein Versuch mit dem elektrischen Gerät. Fazit: Gibt eine Alternative es zu den Pull-off-Dosen, diese immer bevorzugen!